Von Plänen, Umfragen und Zweifeln

Von Brecht stammt das Lied  von der Unzulänglichkeit. Aus der zweiten Stophe werden gern die folgenden Verse zitiert: „Ja, mach nur einen Plan!

Sei nur ein großes Licht!

Und mach dann noch ’nen zweiten Plan

Gehn tun sie beide nicht.“
Wie man jetzt hören konnte, hat das Thüringer Innenministerium sich an Brechts Empfehlung gehalten und gleich zwei Meinungsumfragen zur Verwaltungs- und Gebietsreform bestellt, für die es  im Auftrag der R2G-Koalition mit dem Slogan wirbt: „Gegen diese Reform kann man nicht sein“. Offenbar glaubt selbst das Ministerium seinem gekauften Werbespruch nicht so recht.  Weil, wenn „man“ nicht gegen die Reform sein kann, müsste „mans“ Meinung nicht ausgeforscht werden. „Man“ wäre ja dafür. Doch scheint nach wie vor „mans“ Meinung mit mehrheitlich ablehnend zutreffend umschrieben zu sein. Gewiss haben zu wenig Thüringer den Werbespruch verinnerlicht, deshalb soll – clever, clever – der ersten erfolglosen Werbekampagne eine zweite, wie das Innenministerium zitiert wird, Informationskampagne hinterhergeschoben werden. Und für die ließ das Ministerium 2000 Thüringer befragen, von zwei Meinungsforschungsinstituten. Schon ist politischer Streit entbrannt, weil das Ministerium mit den Ergebnissen hinter dem Berg hält. Die Erkenntnisse sollen in Gesetzentwürfe einfließen, wird begründet. Was nicht nachvollziehbar scheint. Was hindert den Minister daran, breite Zustimmung zu dem Vorhaben zu publizieren? Das wäre doch der schlagende Beweis dafür, dass r2g bei seinem wichtigsten politischen Vorhaben zur Umgestaltung des Freistaates auf dem richtigen Weg ist. „Geheimniskrämerei“,  wird aus der CDU-Landtagsfraktion kritisiert. Vielleicht ist alles viel einfacher. vielleicht gilt einfach die Volksweisheit „Ein Mann mit einer Uhr, weiß stets die Zeit. Ein Mann mit zwei Uhren ist stets im Zweifel.“

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