200 000 – so groß ist die Differenz der Flüchtlingszahlen, die die BK und der VK in der Bundestagsdebatte zu ihren Haushalten genannt haben. 800 000 Flüchtlinge, repetierte die Bundeskanzlerin die Prognose des Innenministers vom 19. August des vergangenen Jahres, als sei es dem Bundeskanzleramt in der Zwischenzeit nicht möglich gewesen, die tatsächliche Zahl zu erforschen. 1,1 Millionen Flüchtlinge zählte der Innenminister dann im Januar diesen Jahres. Mehr als eine Million Zugewanderte erwähnte der Wirtschaftsminister in seiner Bundestagsrede. Man nehme den Schlupf als Ausdruck der Unübersichtlichkeit der Lage.
Die BK und ihr Stellvertreter nutzten ihre Auftritte, um gegeneinander zu sticheln: „Politik lebt vom aktiven Handeln und nicht von Durchhalteparolen“, setzte sich der Vizekanzler von der „Wir schaffen das“-Politik ab. Damit sind es schon zwei Parteien in der Koalition. Eines steht fest, mit der CSU ist die Kanzlerinnenpartei fester verwoben als mit den Sozialdemokraten, wenn auch die Schwester im Moment zickiger ist. Es wird noch viel gestritten werden, das kann erwartet werden. Aber die beiden Parteien haben sich noch immer auf eine gemeinsame Wahlplattform geeinigt.