180 Euro netto kostete 2022 ein Hafttag in Baden-Württemberg. Bei Einzelunterbringung. Je mehr Straftäter in einer Zelle ihr Bett stehen haben, desto billiger wird ein Hafttag.
250000 Euro, so heißt es, habe der Bund aufgewendet, um 28 Straftäter nach Hause zu fliegen. Jeder von denen, so erregt sich ein Teil der Öffentlichkeit, hat zur Freiheit obendrauf noch 1000 Euro Handgeld bekommen. Um denen eine Start in Afghanistan zu ermöglichen. Das entspricht im Land am Hindukusch zwei durchschnittlichen Jahreseinkommen.
Selbst wenn es teurer gewesen ist, sollte man das als win-win-Situation ansehen. Der deutsche Steuerzahler wird entlastet. Wir rechnen (grob) 250000:28:180=49,60317. Wonach man schätzen kann, der Steuerzahler wäre bei diesen Aufwendungen um den 18. Oktober pari. Das ist der kaufmännische Aspekt.
Der menschliche Aspekt liegt wohl im Nebeneinanderstellen der Menschenwürde der Opfer – darunter ein zur Tatzeit elfjähriges Mädchen und ein 14-jähriges Opfer einer stundenlangen Gruppenvergewaltigung – gegen die Menschenwürde von 28 Straftätern. Gern wird behauptet, es sei doch menschlicher und auch völkerrechtlich geboten, dass die Männer ihre Strafe in Deutschland verbüßen. Und man dürfe überdies – allgemein gesprochen – die Herkunftsländer nicht mit rückgeführten Straftätern belasten. Das gelte insbesondere für Afghanistan, dass derzeit wieder von den Taliban beherrscht wird. Von den Kritikern, denen das Schicksal der 28 am Herzen liegt, kann keiner sagen, ob ein Mann, der den Kufar, den Ungläubigen hierzulande, ordentlich geschadet hat, dortzulande nicht als Held gefeiert wird.
Immerhin wissen wir seit Robinson Crusoe, dass egal, wohin man geht, seine Sozialisation, seine anerzogene und erworbene Weltsicht, mit sich nimmt. Crusoe baute auf der Insel eine Welt nach seinen Vorstellungen und hatte seinen Freitag, für den er sich paternalistisch verantwortlich fühlte. So ein afghanischer Straftäter kann in seinem Freundeskreis erzählen, dass er die Ungläubigen mit seiner Art des Jihad bekämpft hat. Welcher deutsche Mehrfachstraftäter respektive Vergewaltiger käme auch nur gedanklich in die Nähe einer göttlichen Rechtfertigung?