Politische Kommunikation ist ein eigen Ding. In der Regel wollen Politiker ernst genommen werden, selbst wenn sie Dinge versprechen oder fordern, auf die sie keinen Einfluss haben. Dass man etwa im schönsten Freistaat mit Parteien nur eine Regierung verabreden würde, die Diplomatie statt Krieg in der Ukraine befördern wollen, ist so eine Forderung. Als könnte der künftige Ministerpräsident/die künftige Ministerpräsidentin keck fragen: „Wie viele Divisionen hat Putin noch?“ Außenpolitik in den Farben Thüringens ist eher komisch als auf internationalem Parkett einflussreich.
Von einer anderen wennig aussichtsreichen, ehemals großen Partei kann man großflächig lesen, der Spitzenkandidat sei Zukunftsmacher, einer seiner Genossen ließ für sich plakatieren „Gegen den Trend“: Welcher Trend gemeint ist, der Betrachter bleibt im Unklaren. Und da ist der noch der MP, der zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit erzählt, seine Beliebtheitswerte – ausgedrückt in einer verfassungsrechtlich vollkommen irreführenden Frage – könnten auf seine Partei mit arg dezimierten Beliebtheitswerten abfärben. Nein, in Thüringen wird auch in der Zukunft, soweit sie überschaubar ist, der Posten an der Spitze des Kabinetts von einer Mehrheit im Landtag nach zunehmend komplizierter werdenden Koalitionsgesprächen vergeben.
Und dann gibt es Wortmeldungen auf Plakaten von dieser Art: „Grillen muss erlaubt bleiben“. Dahinter ein Punkt, kein Ausrufzeichen, was eigentlich schon MIsstrauen erzeugen müsste, wie ernst das gemeint ist. Das Plakat wurde von einem Liberalen entdeckt und verbreitet und löste die Vermutung aus, da kann nur ein politischer Konkurrent zugeschlagen haben und der Partei, deren Chef Ministerpräsident werden will, mit ner abstrusen Wortmeldung ein Kuckucksei gelegt haben. Im von der Landespartei kommunizierten Kanon der politischen Forderungen und Versprechungen zur Wahl ist vom Willen zum Gillen nix zu lesen. Wenn das Plakat im Umfeld zu nem Grillabend nebst Veranstaltungshinweisen und der Ankündigung eines Fasses Freibier an der hiesigen Ersten Grillschule am Ringelberg aufgehangen worden wäre, Finesse wäre den Machern bescheinigt werden. So kann man nur annehmnen es sei ironisch zu verstehen, gemeint als ein Anreiz, mit der Partei das Gespräch zu suchen. Na ja.
So bleibt der bleibt der Partei nur Spott und die Bestätigung des stehenden Spruches Ironie funktioniert nie