#BODOamBoden, so triezt die CDU-Landtagsfraktion seit Tagen den Thüringer Ministerpräsidenten. Einer der Gründe dafür ist die vergurkte rot-rot-grüne Verwaltungs-, Kommunal- und Gebietsreform. Die Union erlaubte sich jetzt, in einem Tweet auf unterschiedliche Haltungen bei wichtigen Linken, Grünen und Sozialdemokraten zum wichtigsten Refomvorhaben der Landesregierung aufmerksam zumachen. Und auch, daran zu erinnern, dass Rot-Rot-Grün mittlerweile nur aufgrund eines Wechsels eines ehemaligen AfDlers zur SPD eine knappe Ein-Stimmen-Mehrheit hat. Wie auch die CDU nicht müde wird, zu sagen, der MP habe keine eigene Mehrheit. Sowas ist lästig, sicher.
Mit #mikeohneanstand versuchte der Linke-Politiker anfangs, sich dagegen zu wehren, dass mit seinem Vornamen, wie er es sieht, Schindluder getrieben wird. Wem es nicht aufgefallen ist, auch Mike ist ein Vorname, selbst wenn er kleingeschrieben wird, der des Fraktionschefs der CDU im Landtag. „Einfach billig und geschmacklos! Ich habe keine CDU Ministerpräsidenten über ihre Vornahmen (sic) politisch attackiert! Anstand? Fehlanzeige!“, twitterte der MP unter anderem. Und: „Ihnen fehlt einfach der Respekt vor Verfassungsorganen. Die Landesregierung wartet die schriftliche Urteilsbegründung ab! #mikeohneanstand“. „Ihnen föhlt die sittlichö Rrreifö“, knurrt der Lehrer „Schnauz“ in der „Feuerzangenbowle“. Sie wissen, Pfeiffer mit drei F, eins vor, zwei nach dem Ei.
Jetzt hat der Ministerpräsident, dessen Vorname nicht für Internetattacken gegen ihn genutzt werden möge, die Nerven verloren. Er blockierte die CDU-Fraktion in seiner Timeline. Als wären seine Probleme damit aus der Welt. Ein wenig erinnert das an den Mann, der in einem Witz danach gefragt, was er getan habe, als er seine Frau beim geschlechtlichen Umgang mit einem Fremden erwischt hat, antwortet: „Ich habe die Couch aus dem Fenster geworfen.“