Wundersames allerorten

Wundersames geschieht in der Welt. Ein guter Freund von mir weilt derzeit ganz tief im Süden und berichtet von aus Italien importierten Kiwis bei den Kiwis. „Das regelt der Markt“, pflegte Derartiges ein ehemaliger Kollege zu kommentieren. Ein Journalist startet eine Kolumne und weiß Tage später noch nicht, wie sie heißen soll. Haben Sie es bemerkt, ich habe konsequenter gestern gleich eine ganze Kolumne ausfallen lassen. Der gleiche Mann fragt öffentlich einen Subalternen, wie er zum gedruckten Wort stehe und Wunder, oh Wunder, er liebe die Zeitung, für die er arbeitet, bekundet der. 
Die Grünen rufen die Deutschen den einen Tag zu Corsi für einen, in der Türkei inhaftierten Journalisten auf. Viele folgen deutschlandweit dem Aufruf #freedeniz – eine tolle Sache. Doch ab dem Aschermittwoch möge man, bittschön, 40 Tage dem Auto entsagen. Das hört sich an wie die Forderung nach einem Veggy-Day plus der Forderung, der Benzinpreis möge auf fünf Mark pro Liter steigen. 
Für die Linke steigt in Passau ihre Co-Vorsitzende in die Bütt auf der MS Linz und die arbeitet sich – man ist in Bayern – am dortigen Ministerpräsidenten ab. Deftigkeit, wie sie in einer Aschermittwochsrede erwartet werden kann, ist ihre Sache nicht. Und so muss halt der Versuch her, Bayerns Regierungschef ob vermeintlicher äußerer Ähnlichkeiten in die Nähe des US-Präsidenten zu rücken. Rhetorisch sonderlich geglückt ist das nicht. Aber was soll’s. Jetzt ist es in der Welt. Trump wird es überstehen. Was hätte die Linke dem Bayern vorgehalten, wenn der Mann mit wirrem Haar und orangem Teint ein Netter wäre?
In Vilshofen feuert der künftige SPD-Kanzlerkandidat seine Genossen an. Getragen von Ihrer Begeisterung erinnert er daran, dass man am 23. Juni des vergangenen Jahres zu Bettbgegangen sei und mit dem Brexit sei man aufgewacht. Amt Tag der US-Wahl, sei man zu Bett gegangen und mit Trump aufgewacht. Er, so der ehemalige Parlamentsprösident zum Ende seiner Rede, wolle am 23. September zu Bett gehen und mit einem Wahlsieg der SPD erwachen. Da wird er wohl bis zum 25. September warten müssen, wenn nicht länger.

Der CSU-Chef hält in Passau eine Rede, die auch nicht an Franz-Josef Strauß erinnert, mit am Ende trockener Kehle – aber keiner bringt ihm die nahebei stehende  Maß.

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