Verschenken Sie keine Rolex

Man muss das eine schöne Coincidence nennen. Wenige Augenblicke nachdem die Grüne Bundestagsfraktionschefin im Fernsehen den Status der Superreichen daran festmachte, dass sie „ihren Gästen eine Rolex als Betthupferl auf den Nachttisch legen“, bekam Alan Harper in der Sitcom „Two an a half men“ eine Rolex geschenkt, eine Platin Rolex um genau zu sein. Von Norma Seabury, der um Jahrzehnte älteren Nachbarin seines Bruders. Ihr Ableben muss vermeldet werden, wenige Augenblicke nachdem sie Alan in ihrem Haus in Malibu verführt hatte. Oder sollte man sagen, ihn sich ihr zu Willen gemacht hatte? Die Liebesstatt als Totenbett. Aber ich schweife ab.

Nur dass man eine Rolex so nebenbei zu verschenken vermag, mehr wollte die Grüne auch auf Nachfrage nicht erhellen, ab wann die Grünen jemanden als Superreichen ansehen. Außer, dass in dessen Vermögen nicht mit der Vermögenssteuer eingegriffen wird, wenn der Superreiche Gewinne reinvestiert. Muss man sich darüber Gedanken machen, wenn den Superreichen mehr genommen würde, um zum Zusammenhalt der Gesellschaft beizutragen, wie das grüne Ziel formuliert wird?

Nach Angaben des Bundesfinanzministerium tragen die Einkommensbezieher jenseits der Grenze von 76400 Euro schon jetzt zu 55 Prozent zum Volumen der Einkommenssteuer bei. Da werden auch Superreiche dabei sein. Zieht man die Grenze weiter unten, bei 27800 Euro, kommt man auf 95 Prozent des Steueraufkommens. Die Superreichen könnten es verschmerzen, mehr zu bezahlen, so geht zumindest die Aussteifung des Wahlversprechens.

Und schon beginnen die Fragen? Reicht ein luxuriöses Geschenk tatsächlich aus, um den Schenker als Supereichen zu charakterisieren? Welches Maß wird an das Vermögen angelegt? Wie wird betriebliches Vermögen bemessen, wie privates? Wie lange dauert es, bis alle Vermögen und Vermögensarten verlässlich taxiert sind, länger als eine Wahlperiode? Würde die Steuer auch auf den Bestand erhoben, wenn nichts dazukommt, einmal oder jährlich? Hätte diese Steuer Bestand vor den Augen der Richter beim Bundesverfassungsgericht? Nicht alles, was Politiker sich wünschen, besteht die Prüfung des Lebens. Da hilft auch keine Rolex.

Wo sind die Zeiten hin, da man schon wusste, etwas ganz Besonderes zu sein, wenn man ein Werthers Echte geschenkt bekam?

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