Vorwärts ins Nirgendwo

Was konnte SPD-Chef Gabriel nicht stolz sein, als er die Union in Richtung Präsidentschaftskandidat Steinmeier laviert hatte. Ein wenig hatten CDU und CSU sich auch in die politische Enge manövriert, weil sie im ganzen Land unter 82 Millionen keinen geeigneten Bewerber um das Spitzenamt zu entdecken vermochten. Selbst das Fischen in grünen Gefilden, die Suche unter Ruhegeldbeziehern wollte nicht gelingen. Gabriel konnte sich nach aufmerksamem Betrachten von Gelände und Personal des Koalitionspartner durchaus politischen Geschicks rühmen. Und er wurde  auch gelobt.
Alles perdu durch einen Satz seiner Stellvertreterin Kraft aus Düsseldorf. „Ich weiß wer es wird, sag es Ihnen aber nicht.“ Der Satz erinnert fatal an den Satz von Innenminister de Maizière „Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern“. Wer mag heutzutage noch derartige Sätze hören? NIemand. Lassen sie sich doch nur so interpretieren, dass gewählte Politiker die Zeit oder das Wahlvolk oder beide nicht für „reif“ halten. Die Zeit stört dieses Politgeeiere nicht.
Es mag schon sein, dass keine Partei ihr Spitzenpersonal in vorzeitigen Wahlkämpfen verschleißen mag. Was aber kann die Amtsinhaberin, was ihr Herausforderer von der SPD noch nicht kann. Die Frage lässt sich auf Gabriel ebenso münzen wie auf Schulz oder Scholz. Oder glaubt man bei den Sozialdemokraten, den Bewerber erst noch ein wenig, als Kanzlerkandidat unkenntlich, durch Nachrichtensendungen und über Land schicken zu müssen. Man halte am Fahrplan fest, heißt es. Auch die SPD wird sich eingestehen müssen, dass weder die öffentliche noch die veröffentlichte Meinung auf Fahrpläne Rücksicht nimmt, die in irgendwelchen Parteizentralen zusammengebosselt wurden. Hinter dem Ungefähren kommt das Nirgendwo. Und dort liegt das Kanzleramt nicht.

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