Unbequem

Nun also doch Steinmeier. Die SPD hat ihren Kandidaten für das höchste Staatsamt in den Ring gestellt und die Union unterstützt den derzeitigen Außenminister der großen Koalition. Es werden auf den unterschiedlichsten politischen Ebenen Beteuerungen folgen, dass das keine Vorfestlegung auf die Fortsetzung der großen Koalition im 19. Bundestag sei. Das wurde zuvor schon verschiedentlich betont.
Lauscht man den Reaktionen der Grünen und der Linkspartei kommt man zu der Vermutung, dass ihnen die Lust auf #r2g vergangen ist. Nicht unser Kandidat, heißt es von der Linken. Selbst von der Fraktionsspitze im Bundestag, von der bis vor kurzem Schauen-wir-Mal-Signale ausgingen während die Parteispitze Steinmeier entschieden ablehnte, kommt jetzt brüske Ablehnung. Steinmeier sei Weiter so, man brauche aber eine „Wende hin zu mehr sozialer Sicherheit für alle“. Nebenbei, das provoziert geradezu die Frage, meint alle wirklich alle, auch die, für die der grüne Wunschpartner gerade die Vermögensteuer anstrebt, ohne das Projekt mit Zahlen klarer zu zeichnen. Auf den Kandidaten, die Kandidatin der Linken darf man gespannt sein.  Bisher waren die Vorgänger über den Status des Zählkandidaten nicht hinausgekommen. Die Linke-Position lässt sich wie folgt umreißen:  mit der Agenda2010partei wollte man zumindest bislang regieren und in Erfurt regiert man, den Agenda2010archtekten verdammt man. Das geht nicht zusammen.
Die Grünen ziehen in einer ersten Reaktion vor, auf die vermeintliche Kluft zwischen CDU und CSU in der Kandidatenfrage zu verweisen. Ein Hilfsargument angesichts der Tatsache, dass man in der Partei nicht weiß, ob man den ersten grünen Ministerpräsidenten aus Stuttgart nach Berlin loben soll, um dann eventuell einen Versorgungsfall zu haben oder ob man den „Merkel-Lobredner“ abstrafen soll und ihn nicht fragen. Wie breit ist diese Kluft innerhalb einer einzigen Partei?
Es bleibt unbequem für die Grünen.

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