Möchte jemand Bundespräsident oder Bundespräsidentin werden? Derzeit wird der 200000-Euro-Job angeboten wie Sauerbier. Der Jurist Voßkuhle will nicht, heißt es, und die Theologin Käßmann auch nicht. Beide hat dem Vernehmen nach der derzeitige SPD-Chef ins Gespräch gebracht.
Unterstellt, beide Personalien sollten in aller Diskretion erwogen werden, muss man schon annehmen, dass mit den Indiskretionen aller Welt nicht die Kompliziertheit der Personalsuche für das höchste Amt gezeigt werden soll oder gar wie sorgfältig das Personal ausgesucht wird, das sich zur Wahl in der Bundesversammlung stellt.
Ist nicht die These plausibler, der SPD-Chef soll vorgeführt werden.
Als potentielle Bundeskanzlerkandidaten schiebt er andere so weit vor, dass selbst der EU-Parlamentspräsident als die bessere Alternative vorgezeigt wird. Dazu die zwei Absagen von Bundespräsidentenkandidatenkandidaten in Folge – er hat aber auch gar keine Fortune in dieser wichtigen Frage. Bei der Suche nach neuen Anwärtern nähert sich der SPD- Chef jenem Punkt an dem die Leute sagen: „Och nö, nich schon wieder“. Und dann noch die öffentliche Erörterung dieser Pleiten ohne dass etwas erfunden werden müsste. So festigt man nicht seine Position an der Spitze einer Partei, die mit der 20-Prozent-Marke ringt.