White Trash

Nun steht sie da die GOP und weiß nicht, was sie mit ihrem Kandidaten anfangen soll. Monatelang hat er rumgepöbelt und sich letztens gebrüstet, er bräuchte sich nicht auf Streitgespräche vorbereiten die ihn ins Weiße Haus bringen sollten. Nicht mal auf den Posten selbst müsse er sich vorbereiten. Er, der erfolgreiche Geschäftsmann.

Je nach Zählung hat er mindestens vier Konkurse mit seinen Unternehmen hingelegt. Zum Schaden seiner Beschäftigten und Geldgeber, die selbst im Untergang noch darauf hofften, es werde mit ihm im Boot glimpflicher abgehen als wenn man ihn ausbootet. Und er hat dabei seinen Schnitt gemacht, sagt er zumindest immer wieder. Wenn er keine Einkommenssteuer gezahlt habe, zeige das, wie clever er sei, beschied er im letzten TV-Duell Vermutungen seiner Kontrahentin, er könne entweder nicht so erfolgreich sein, wie er immer prahle oder er habe keine Steuern gezahlt, wenn er sich weigere seine Steuerunterlagen zu veröffentlichen. White Trash zahlt auch keine Steuern.

Immer hat die Führung ein süß-saures Gesicht gemacht, wenn ihr Kandidat sich erneut, sagen wir, unkonventionell geäußert oder gehandelt hat. Man hat ja nur den einen, man kann ihn ja nicht ohne weiters austauschen so kurz vor der wichtigsten Wahl der Welt.
Frauen hat beleidigt, das war ganz am Anfang des Weges.  Man nahm es amüsiert hin. Er stellte Menschen von südlich des Rio Grande unter Generalverdacht.  Er beleidigte die Eltern eines jungen Mannes, der, wie es pathetisch genannt wird, das größte Opfer für sein Heimatland gebracht hatte – ein Muslim.

Jetzt erst sehen die klugen Köpfe, dass sie  in die tiefste Krise der Partei Abraham Lincolns marschiert sind. Dazu mussten erst Zitate aus einer fernen Zeit hervorgekramt werden, die stellenweise ausgepiepst werden, wenn sie gesendet werden. Soll das Zitat gedruckt erscheinen, werden drei Buchstaben ausgespart,  p…y. Pussy sagen gehört sich nicht. Da wurde – als der Kandidat klein war – manchem bösen Buben schon mal der Mund mit Seife ausgewaschen.

Mit einem Populisten, glaubten die Republikaner, siegen zu können. Es scheint, in den USA ist der Populismus an seine Grenzen gekommen.

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