Der grüne Landtagsbgeordnete D.M. bescherte der Aussprache über die Regierungserklärung zum Thüringen Monitor, Landtagsdrucksache 6/2782, #TM16 zwei bemerkenswerte Momente. In nullkommanichts, nur nach einem Blick in den Duden, zerpflückte er das Gedankengebäude des Abgeordneten B.H. B.H. bezweifelte die wissenschaftliche Basis und damit die Verlässlichkeit des #TM16. Um den Begriff Ethnozentrismus kreiste seine Argumentation. Jeder könne in den nicht genügend ausgefüllten Begriff hineinlesen was er wolle. Es folgte ein Geprassel von Worten und Gegensatzpaaren. D.M. zitierte kurz und knackig aus dem Duden die hinreichend klare Erläuterung des Begriffs und danach war klar, B.H.’s Auftritt war nicht mehr als bloßes Bramabarsieren.
D.M. erläuterte dann zur mitunter hitzigen Debatte zum Thüringen Monitor und zur hitzigeren Aussprache zur Gebietsreform am Vortag, was Abgeordnete seiner Meinung nach tun dürfen und was nicht. Die Grünen sollten, selbstkritisch bemerkt, einfache Dinge nicht so kompliziert machen und nicht so viel verbieten wollen und den Genderstar, den verstehe kein Mensch.
Dann folgten Aufforderungen an die CDU: die dürfe so „gemeine Dinge wie Ihr versaut unser Land oder Ihr redet zwar nett mit den Leuten, habt aber hinter dem Rücken ein Messer nicht sagen. Und abfällige Handbewegungen dürfe man auch nicht machen wenn der Ministerpräsident spricht. Und vor allen Dingen dürfe man Kollegen nicht denunzieren.
Dass ein SPD-Abgeordneter den Kollegen M.M von der so angesprochenen CDU tags zuvor als den „selbsternannten größten Oppositionsführer aller Zeiten“ bezeichnet hatte, dagegen mochte D.M. nichts einwenden und auch nicht dagegen, dass ein nicht unwichtiger Mitarbeiter der Linke-Fraktion mit einem Tweet dazu auffordert, einen Fraktionskollegen M.M.’s zu verprügeln, dagegen mochte er nichts einwenden. Zum Zeitpunkt der Rede D.M.’s hatte der Tweet bereits fast einen Tag im Netz gestanden. Der Fraktionsmitarbeiter. bediente sich für den Gewalt-Tweet eines Zeitungsausschnitts – wohl aus dem Archiv der Linke-Fraktion – zu einem durchaus peinlichen Vorfall, bei dem der Abgeordnete verprügelt worden war. Vor mehr als 20 Jahren. „Es ist mal wieder nötig“, steht darüber
Die Linke-Fraktion ließ wie D.M. eine Anfrage zum Vorgang bis dato unbeantwortet. Die Koalitionsfraktion SPD sieht den Post zumindest als „reißerisch“ an, will ihn aber nicht kommentieren. Wie die Grünen-Fraktion, die den Tweet ebenfalls als „private Twitteraktivität“ betrachten. Dabei gründet die Partei doch auf eine Bewegung, der alles Private politisch war. Vor allem wenn es einer Landtagsfraktion kommt.