Nach Jahrzehnten als angestellter Journalist genieße ich berufliche Freiheit und sehr viel Freizeit. Monate des süßen Nichtstuns liegen hinter mir. Ein Tenorsaxophon steht neben dem Schreibtisch. Doch damit zu üben, strukturiert den Tag nur ein wenig. Danach ist noch so viel Tag übrig. Und der will ausgefüllt sein. Was bleibt? Schreiben bleibt.
Liebe Freunde schenkten mir vor Kurzem eine Flasche Schnaps mit dem selbst gefertigten Etikett: „Journalist ist man ein Leben lang“. In meinem bisherigen Journalisten-Leben haben mir diverse Chefs manch Blödes aufgetragen. Nun bin ich mein eigener Chefredakteur. Und der Verleger bin auch (dessen Rolle ist aber vernachlässigbar klein, Gott sei’s gedankt). Ich kann mir per sofort also aussuchen, worüber ich schreibe, und auch was ich kommentiere und wie ich es kommentiere. Soll der neue Chef nur kommen.